Letzte Ausfahrt Berlin

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Das Novemberwetter hier in Berlin zeigt sich heute allerdings von seiner besten Seite. Strahlend blauer Himmel, morgens allerdings nur knapp über 0° C.

Mit Fritzchen im November ins Büro
Mit Fritzchen im November ins Büro

Davon liess ich mich nicht abhalten und holte Fritzchen heute noch einmal für eine letzte Bürofahrt dieses Jahr aus der Garage. Auf dem Weg zur B1 reichte ein Blick auf die analoge Tankanzeige, um die Notwendigkeit eines letzten Boxenstopps zu erkennen. Mit vollem Tank ging es dann im Berufsverkehr gen Berlin. Die Heizbirnen sind wohl schon etwas undicht, d.h. es richt etwas nach Abgas, wenn die Heizung voll aufgedreht ist. Etwas Heizung braucht man aber, sonst beschlägt der Käfer binnen kürzester Zeit komplett von Innen. Dank einer Mischung aus manueller Heizungssteuerung und kreativem Scheibenwischen kamen wir trotzdem gut im Büro an und nachmittags auch wieder zurück.

Ein Nagel zu Kläuschens Sarg

Heute schreibe ich mal wieder etwas über meine Jugendsünden mit Kläuschen, dem 70er ExBundeswehrkäfer, den ich vor Fritzchen hatte.

Wie ich ihn bekam, ist an anderer Stelle geschildert, heute kommt die Geschichte, wie ich ihn verlor. Es begann ganz harmlos damit, daß ich Besuch von einem Freund bekam und wir beide irgendwann, vom Hunger getrieben, einen Abstecher zum Schnellchinesen machen wollten. Dabei übersah ich eine Stadtbahn der Hannoverschen Verkehrsbetriebe, was an sich nur schwer möglich ist, waren sie doch damals, 1988 schon relativ groß und grün. Einzige Entschuldigung, als ich sie sah, stand sie an der Haltestelle. Als ich ein paar Sekunden später die Schienen queren wollte, steckte sie plötzlich in meiner Fahrerseite.

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Käfer-Impressionen

Hier sind noch ein paar Fundstücke aus meiner Diasammlung.

Winter mit Käfer

Das eingeschneite Etwas ist mein alter Käfer Kläuschen, wankelmütiger Begleiter meiner Studentenzeit. Anno 1985 gab’s noch richtige Winter, wie man am Schneebelag auf Klausens Blechkleid sehen kann.

VW 1200 Standard 1970 1985 IV  VW 1200 Standard 1970 1985 III

Matratzenkauf mit Käfer

Das runde Ding unter der Ikea-Matratze ist ebenfalls Kläuschen. Da hatte ich mir gerade eine Matratze für meine erste eigene Studentenbutze gekauft. Auf dem Ikea-Parkplatz stellte sich dann die Frage, wie ich die 140×200 cm große Matratze von Grossburgwedel über die Autobahn nach Hannover-Limmer kriege.

VW 1200 Standard 1970 1985 IVW 1200 Standard 1970 1985 II

Die Lösung tat sich in Form zweier Gepäckträgerbügel auf, die man damals bei Ikea käuflich erwerben konnte. Einen Heckgepäckträger hatte ich schon am Käfer, geschenkt vom Vater einer Schulfreundin (danke nochmal, Johannes).

Somit konnte sich die Federkernmatratze hinten am Hechgepäckträgerbügel abstützen und wurde über dem Dach von zwei Ikea-Dachträgerbügeln gestützt. Mehrere Meter Packband fixierten das Gebilde und über das Sonnendach konnte ich sogar das Verhalten meiner Dachlast kontrollieren.

Den meisten Aufwand hatte ich damit, die Matratze nach dem Transport allein die drei Stockwerke durch’s Treppenhaus zu manövrieren.

Photoshooting 1986

Hier sind ein paar Fundstücke aus meiner Diasammlung. Das Photoshooting muss irgendwann im Herbst 1986 gewesen sein, als mein Studentenkäfer Kläuschen gerade im besten Outfit stand.

Der ursprünglich komplett nato-oliv lackierte Wagen war auf marineblau umlackiert, hatte diverse Chromteile vom Schrottplatz (Stoßstangen, Radkappen, Tür- und Haubengriffe etc.) ein damals sehr angesagtes Sonnendach (das nie richtig wasserdicht war und Kopfstützenrückenlehnen für die Vordersitze.

Man beachte auch die Motorhaube mit den Cabrio-Luftschlitzen. Ich hatte damals eine Sommerhaube mit Schlitzen und eine Winterhaube ohne.

1986 Kläuschen im Wald 1
Heckansicht
Frontansicht
Frontansicht
Seitenansicht
Seitenansicht

 

Alle zwei Jahre wieder…

Wie die Zeit vergeht. Gefühlt ist es erst ein paar Monate her, dass ich Fritzchen für den TÜV-Stempel zur VW Werkstatt meines Vertrauens brachte. Damals rollte der Luftgekühlte noch auf mehr als volljährigen Reifen und hatte eine von den Jahren gezeichnete Lichtmaschine.

Diese „paar“ Monate sind mittlerweile ziemlich genau zwei Jahre. Dank des lang anhaltenden Winterwetters habe ich die Erweckung aus dem Garagenwinterschlaf erst letztes Wochenende unternommen. Und wie so oft hat mich mein Garagendornröschen damit erfreut, dass er ansprang, sobald sich das Benzin wieder in seinen Schläuchen und dem Vergaser tummelte. Einfach so. Gaspedal zweimal durchtreten, Zündung einschalten, ein paarmal orgeln lassen, kleine Pause, dann nochmal orgeln und *rasselrassel* er springt an.

Eine Malaise habe ich noch entfernt, die zweite Masseleitung, die der Wischerschalter hat, um die Wischerblätter in die Ruhestellung zu bringen, funktioniert nicht. Statt den Rücklauf zu initiieren, killt sie zuverlässig die entsprechende Sicherung, was erstens die Wischerblätter sofort stehen lässt und zweitens den Blinker außer Funktion setzt.

Ein kurzer Zwischenstop fand noch an der Tankstellen-Waschbox statt, um den Winterstaub vom angejahrten Blechkleid zu entfernen. Danach noch den Reifendruck auf Normalmaß bringen und ab zum TÜV-Termin.

Nach kürzester Zeit kommt Fritzchen auf die Bühne und schon ist das Malheur aufgedeckt. Zuviel Spiel im linken äußeren Spurstangenkopf. Und der Prüfer ist da unerbittlich. Das der Käfer ansonsten, abgesehen von einem zu hoch leuchtenden rechten Scheinwerfer und altersbedingter leichter Ölinkontinenz am Heck blendend da steht wiegt das übermäßige Spiel nicht auf. Durchgefallen lautet die Hiobsbotschaft.

Jetzt heißt es also, neue Spurstangenköpfe besorgen, einbauen und dem nächsten TÜV-Termin entgegensehen…

Update: Spurstangenköpfe sind bestellt. Interessant am Rand, bei VW Classic Parts kosten die Originalteile ca. 60 € pro Stück, beim Teileladen meines Vertrauens ca. 15 €. Da Fritzchen nicht für Renneinsätze eingeplant ist, habe ich zu den günstigeren Teilen gegriffen. Jetzt müssen sie nur noch ankommen :-)

Update 2: Mittlerweile ist alles eingebaut. Krass, was alles passieren muss, um diese beiden kleinen Spurstangenköpfe zu ersetzen. Da die Spureinstellung sich ändert, wenn man an den Spurstangen herumschraubt, musste nach dem Einbau die Spur neu vermessen werden. Naja, jetzt läuft er wieder super in der Spur und den neuen AU-Aufkleber hat er auch. Der Sommer kann kommen.

Maikäfertreffen – Nachtrag

Nachtrag 1: Das Käfertreffen ist überstanden und schon drei Wochen her. Gestern bin ich endlich dazu gekommen, Fritzchen den letzten Rest Insektenleichen abzuwaschen. Begünstigt durch die forsche Fahrweise waren Kofferraumhaube, Scheinwerfer, Außenspiegel und sogar das permanent offene Dreiecksfenster gespickt damit. Nun ist alles wieder schön sauber. Maikäfertreffen – Nachtrag weiterlesen

Der neue Schaltknauf

Eines der ersten Dinge, die ich an Kläuschen, meinem zweiten Käfer anno 1985 änderte, war der Schaltknauf. Interimsweise tat ein schwarzer Golfball Dienst, aber der Stilbruch war für einen Käferfahrer schlicht nicht hinnehmbar. Da traf es sich vorzüglich, dass mein Freund Thorsten gerade für seine Charleston-Ente zwei farblich passende Billardkugeln gefunden hatte. Nachdem er sich für die weinrote „7“ entschieden hatte, kam in Kläuschen die schwarze „8“ zum Einsatz. Der Einfachheit halber verpasste ich der Kugel einfach ein ungefähr passendes Loch und drückte sie mit etwas Gewalt an ihren neuen Platz auf dem Schalthebel. Der neue Schaltknauf weiterlesen

Maikäfertreffen – Hin und wieder zurück

Nach den umfangreichen Vorarbeiten (siehe hier und hier) stand dem Besuch des 29. Maikäfertreffens nur noch eins im Weg, die Befürchtungen des Fahrers, ob die Tour reibungslos verlaufen würde. Immerhin habe ich für mich schon vor 25 Jahren bewiesen, dass Käfermotoren nicht vollgasfest sind (siehe hier und hier). Andererseits habe ich mir schon als ich Fritzchen bekam vorgenommen, einmal zum Maikäfertreffen zu fahren. Es gab immer gute Gründe es nicht zu tun, sieben Jahre lang. Diesmal gab’s keine. Also fuhren wir, Fritzchen und ich. Maikäfertreffen – Hin und wieder zurück weiterlesen

Des Käfers neue Reifen

Nach fast 18 Jahren war es überfällig, Fritzchen brauchte neue Socken. Abgesehen davon, dass ihr Alter sie hart gemacht hatte, waren es Winterreifen, mit denen Fritzchen und ich durch die letzten sieben Sommer fuhren. Und spätestens seit ich entdeckt hatte, wie alt die Reifen waren, fiel mein Vertrauen in Fritzens alte Socken stetig. Des Käfers neue Reifen weiterlesen

Dem Kupferwurm auf der Spur

Schon seit 2004, als ich Fritzchen übernahm, hatte ich vor, der Lichtmaschine mal zu Leibe zu rücken. Das diesjährige Maikäfertreffen bietet sich als willkommener Meilenstein an.
Kniffligster Punkt dabei ist nicht einmal die Beschaffung eines neuen Generators, sondern die Wahl der richtigen Werkstatt. Motor ein- und ausbauen gehört definitiv nicht zu den Dingen, die ich in der Bordsteinwerkstatt selbst durchführen will/kann. Die Werkstatt meines Vertrauens hat allerdings vor zwei Jahren dicht gemacht. Und die VW-Vertretung, von der unsere aktuelle Alltagskarosse stammt, hat eben Vertragswerkstattpreise, selbst wenn man die Ersatzteile mit bringt. Dem Kupferwurm auf der Spur weiterlesen