Fritzchens Motorraum in 3D

Stereographie eines 1300er Käfermotors
Stereographie eines 1300er Käfermotors

Eine passende 3D-Brille gab’s in c’t 15/2009

Aufgenommenaus freier Hand mit einer Kodak EasyShare V705

Bearbeitet mit dem Stereo Photo Maker

Mit dem Käfer ins Büro

VW Käfer vor dem Büro
VW Käfer vor dem Büro

Vor vierzig Jahren eine Selbstverständlichkeit, heute ein Abenteuer. Eine Fahrt mit dem Käfer ins Büro. In meinem Fall knapp 30 km aus dem Berliner Speckgürtel über die B1 nach Berlin Mitte. Das Büro liegt etwas oberhalb des Punkts, wo sich die Verlängerung der Friedrichstr. mit der Invalidenstr. kreuzt, am ehemaligen Berliner Nordbahnhof. Ehemals Mauerstreifen. Aus den Bürofenstern kann man das Mauer-Mahnmal an der Bernauer Str. sehen.

So, genug Geschichte, kommen wir zur eigentlichen Fahrt. Die Sonne scheint, der Käfer springt dank Frischzellenkur an der Batterie sofort an und schnurrt. Der erste Stop findet an der Tankstelle statt, teilhistorische Kulisse, die moderne Tankstelle ist eine Erweiterung einer wesentlich älteren, an der Fritzchen auch vor vierzig jahren schon Betriebsstoff hätte tanken können.

Dann auf die B1, im Verkehr mitschwimmen. Und gelegentlich sogar überholen, denn es gibt tatsächlich Zeitgenossen, die sind noch langsamer als ein 62er Käfer. Irgendwann ist die linke Spur bequemer zum Mitschwimmen, also fahren wir eben hier weiter. In Berlin-Biedorf ist dann mit dem Mitschwimmen Schluß, mittlerweile hat der Verkehr merklich zugenommen und die erste Baustelle naht. Eigentlich kein Problem, es bleibt bei zwei Fahrspuren, aber einige Mit-Automobilisten gelingt es offenbar nicht, sich zügig für eine der zwei umgelenkten Fahrspuren zu entscheiden. Nach der Baustelle erstmal wieder freie Fahrt, vorbei an den Betonplatten-Wohnburgen von Berlin-Lichtenberg. Nach dem kurzen Tunnel wird’s dreispurig und der Verkehr fließt wieder reibungslos.

An der Grenze zwischen Lichtenberg und Friedrichshain überquere ich die S-Bahn, die mich normalerweise ins Büro befördert. Ein kurzer Blick auf die Uhr, bis jetzt war keiner signifikant schneller als der andere, Käfer gegen S-Bahn 0:0.

Gleich kommt der historisch interessanteste Teil der Strecke, die ehemalige Stalinallee, wo 1953 der Arbeiteraufstand stattfand, jetzt Karl-Marx-Allee. Häuserzeilen im stalinistischen Zuckerbäckerstil, imposant und groß. Mein persönlicher Favorit ist das McDonalds-Restaurant am Frankfurter Tor, Ecke Warschauer Str. Kapitalistisches Fastfood in sozialistischer Kulisse, Zeitenwende at its best.

Am Strausberger Platz verlasse ich die B1 und nehme Kurs auf die Landsberger Allee bzw die Mollstr. Die wird dann zur Torstr. Hier wird’s dann nach der ersten Kreuzung etwas enger, die zwei Fahrspuren rücken zusammen. Rechts wird gebaut, links wird gebaut, dazwischen ist Richtung Mitte nur noch eine Spur. Aber auch diesen Stau meistern das Gefährt und der Fahrer problemlos.Am nördlichen Ende der Friedrichstr. biege ich dann in deren Verlängerung ein. Noch kurz die Invalidenstr. gekreutz, die nächste rechts, dann wieder links und ich rolle vor dem Büro die Straße entlang auf der Suche nach einem Parkplatz. Am oberen Ende werde ich dann auf einem wilden Parkplatz fündig.

Wieder ein Blick auf die Uhr, das Ganze hat ca. eine Stunde gedauert, schneller wäre ich mit der S-Bahn auch nicht gewesen, allerdings auch nicht langsamer. OK, ich hatte die ganze Fahrt über einen Sitzplatz, aber auch gut zu tun. Und es wartet noch der Rückweg.

Und der war dann nicht so beschaulich. Stop and Go von der Friedrichstr. bis nach Lichtenberg. Irgendwann gab ich es auf, überhaupt noch in den ersten Gang zu schalten und blieb stattdessen durchgängig im zweiten. Zügiges Fahren erst an der Berliner Stadtgrenze in Mahlsdorf. Insgesamt hat die Rückfahrt 90 min. gedauert, 30 mehr als der Hinweg.

Fazit, diese Fahrt ins Büro war als Machbarkeitsstudie OK, aber ich werde es höchstens zu besonderen Anlässen wiederholen. Aus meiner Sicht nichts für den täglichen Weg ins Büro. Nicht in erster Linie wegen des Käfers, ich würde es auch mit einem modernen Auto nicht zu schätzen lernen, mich täglich im Berliner Stadtverkehr zu tummeln. Wenn die S-Bahn jetzt noch ein bisschen attraktiver würde und einen schnelleren Verbindungstakt anböte, würden wohl mehr Leute den Wagen zuhause lassen.

schiefe Endrohre
schiefe Endrohre

Ach ja, eine Malaise gilt es noch zu vermelden, der wilde Parkplatz hat seinen Tribut gefordert. Beim Ausparken geriet ich in eine kleine Senke und rollte rückwärts gegen einen Randstein. Der schob das linke Endrohr tief in den Auspuff. Lässt sich wieder herausziehen, ist mir aber eine Lehre. Nächstes Mal besorge ich mir vorher einen Platz in der Tiefgarage.

Die erste Ausfahrt mit der neuen Batterie

BatterieDa ist das gute Stück, das Fritzchen neues Leben eingehaucht hat. Eine Banner-Starterbatterie, 6V 77Ah. Damit startet der Käfer jetzt wirklich beim ersten Zündschlüsselumdrehen und man sieht die Blinker auch bei Sonnenlicht wieder blinken.

Wenn ich jetzt noch die Gurtaufroller so anbringen kann, dass sie nicht mehr unter die Rücksitzbank ragen, kann ich sogar die Fersenbretter anbringen, die ich vor vier Jahren mal per eBay erstanden habe.

TÜV-PlaketteDen frisch bestandenen TÜV haben die beste Ehefrau von allen und ich gleich gebührend mit einer kleinen Ausfahrt begangen, die dann freundlicherweise auch noch höchst offiziell beurkundet wurde. Wir, d.h. der Käfer, die beste Ehefrau von allen und ich sind kurz vor Erreichen der lokalen Burgerschmiede auf der B1 noch schnell durch eine Radarkontrolle gefahren. Wie schnell, wird uns in Kürze das Ordnungsamt sagen. Auf dem Tacho waren es etwas weniger als 100 km/h in einer Tempo 70 Zone. Meine stille Hoffnung hängt an der recht großen Mißweisung des Käfertachos und an den 3 km/h, die zur Sicherheit noch von den Ordnungshütern abgezogen werden. Damit käme ich dann unter 90 km/h was Punktefreiheit und nur 30 € bedeuten würde.

Andererseits, der Käfer lief gerade so gut, es wäre eine Sünde gewesen, ihn nicht laufen zu lassen. Wenn das einen Punkt gibt, ist’s mein erster in knapp 28 Jahren. Und das mit ’nem Käfer, das dürfte heutigentags schon Seltensheitswert haben.

Ach ja, der TÜV hatte fast nichts zu beanstanden, nur eine leicht ungleichmäßige Bremswirkung an der Hinterachse, nicht schlecht für einen fast 47 Jahre alten Wagen.

Der TÜV ist gemacht, die Batterie noch nicht

Vorgestern war es soweit, die Sonnen schien leidlich und ich machte mich auf in Fritzchens Winterquartier. Diesmal hatte ihm die lange Standzeit doch etwas zugesetzt, Staub überall und den Rädern fehlte ein gutes Quentchen Luft. Da der TÜV-Termin bei der Werkstatt meines Vertrauens anstand, machte ich mich optimistisch an den ersten Startversuch. Bei dem blieb es dann auch, die Batterie hatte es nach vier Jahren treuer Dienste in meinem Käfer plus ungezählter Jahre vorher, über die ich nichts weiß, dahin gerafft.

Dank des ausgezeichneten Services der Werkstatt konnte sie zumindest solange wiederbelebt werden, um den Käfer die 1000 m vom Winterquartier in die Werkstatthalle zu bugsieren. Dort kam er dann auch durch den TÜV, ob und mit welchen Beanstandungen weiss ich noch nicht, denn ich habe ihn noch nicht zurück. Die neue Batterie war heute Nachmittag noch nicht angekommen, also verging ein weiterer sonniger Vorfrühlingstag ohne das vertraute Käferrasseln über brandenburgische Alleen.

Morgen ist es soweit, dann gehen Fritz und ich in unsere fünfte Saison

Extended Winterpause

Ich bin nun schon seit November 2008 nicht mehr Käfer gefahren, erste Entzugserscheinungen machen sich bemerkbar. Mir fehlt das charakteristische Rasseln, ich vermisse die Dreiecksfenster und unterdrücke gelegentlich den Reflex, nach dem Faltdachhebel zu greifen :-)

Auch der Lego-Käfer kann die Symptomer nicht mehr kaschieren, ich will endlich wieder mit Fritzchen durch die Alleen brausen.

Das wird allerdings noch dauern, hier in Brandenburg, östlich von Berlin ist der Winter nochmal voll ausgebrochen. Und obwohl ich aus der Vergangenheit durchaus die Erfahrung gemacht habe, dass Käfer voll wintertauglich sind, werde ich es nicht farauf ankommen lassen. Nicht, weil ich es Fritzchen oder mir nicht zutraue, aber ich wäre untröstlich, wenn irgenein Flachlandtiroler, durch eine fallende Schneeflocke erschreckt, sein modernes Blech in mein antikes Wolfsburger Gefährt bohren würde. Nicht auszudenken. Nein, der Käfer bleibt im Winterquartier bis der Schnee weg ist.

Auch wenn’s zunehmend schwerer fällt…

Fritzchen auf Spiegel Online

Seit dem 27.01.09 ist Fritzchen in der Rubrik „Altmetall“ von Spiegel Online vertreten. Vor ein paar Wochen habe ich ein paar der Geschichten aus dem BugLog zusammengekürzt und an Spiegel Online geschickt. Hier könnt ihr lesen, was daraus wurde: Flotter Käfer in Fredersdorf.

Es sind sogar vier Photos dabei. OK, ein paar Ungereimtheiten hat der Artikel, aber das verbuche ich unter künstlerische Freiheit. So sind die Stoßstangen bislang nicht aus Vietnam sondern aus Wolfsburg und mit großer Wahrscheinlichkeit ebenso alt wie der Rest des Käfers. Aus Vietnam ist stattdessen die Inneneinrichting, die allerdings auf den Bildern nicht zu sehen ist. Meine Schuld, ich hatte gerade keine Photos in passender Auflösung parat. Und natürlich hat Fritzchen bei der Überführung keine Probleme mit der Batterie gehabt. Es ist eben nur so, dass 6V Bilux bei weitem nicht so hell strahlt wie H4. Und seine Dienste als Hochzeitskutsche haben es irgendwie auch nicht bis in den Artikel geschafft.

Sei dem, wie ihm will, mein Käfer ist auf Spiegel Online, ich bin noch ganz aus dem Häuschen. Jetzt noch ein bisschen gutes Wetter und eine erfolgreiche TÜV-Abnahme und die Saison kann wieder losgehen

Wiederentdeckung der Lieblingsbeschäftigung deutscher Männer

Heute musste Fritzchen mal wieder der Blechlawine vor unserem Haus weichen. Ist ja auch etwas viel mit Alltagsauto, Auto von Sohn, Auto von Freundin von Sohn und altem Käfer sind beide Carports belegt und die Plätze davor.

Also kam der Käfer wieder in seine Garage. Auf dem Weg machte ich noch einen Abstecher zur Tankstelle, denn auf dem Dach hatte sich jede Menge Pollenstaub angesammelt und die Windschutzscheibe war zu eine Fliegenfriedhof geworden.

Und da geschah es, dass ich des deutschen Mannes Lieblingsbeschäftigung wieder für mich entdeckte, samstägliches Wagenwaschen. Einen 45 Jahre alten Oldie mit Chromzierleisten und Faltdach fährt man natürlich nicht durch die Waschanlage, da legt man noch selbst Hand an. OK, ich habe nur die Kurzversion absolviert, Wachsen und Polieren habe ich mir gespart, da ist bei dem Lackverfall nicht mehr viel zu machen. Das hebe ich mir für nach der Neulackierung auf.

Diesmal also nur drei Euro in die Selbstwaschanlage, abspülen, einseifen, nochmal abspülen, nochmal nachseifen und zu guter letzt mit demineralisiertem Wasser entgültig abspülen. Nass gefällt er mir ja am besten, da sieht er aus wie frisch lackiert.

Trocknen konnte er dann auf dem Weg in die Garage, knapp 1500 m reichten dazu völlig. Nun steht er trocken und sauber in seiner Remise und wartet auf den nächsten Einsatz.

Fritzchen frischgewaschen in der Garage

Ein ganz normaler Sonntag…

…an dem irgendwann nachmittags der Käfer aus der Garage geholt wird, damit man ein standesgemäßes Gefährt für die Fahrt zur Eisdiele hat :-)

Dabei habe ich dann gleich die Gunst der Stunde genutzt und ein paar alte Aufkleber von den Fenstern entfernt. Bislang prangte auf der Heckscheibe immer noch ein „Rotkäppchen“ Schriftzug und vorne rechts oben störte ein alter Versicherungswerbeaufkleber die freie Sicht. Beide sind jetzt entfernt.

Und morgen geht’s dann an die Tankstelle, den Käfer waschen und den Staub des Winters entfernen.

Käferentzug in der Winterpause

Jetzt ist es schon wieder zwei Wochen her, das ich rückfällig geworden bin. Nach ein paar etwas anstrengenden Arbeitstagen brauchte ich vorletzten Mittwoch einfach eine Dosis meiner Lieblingsdroge: Käferrasseln

Gedacht, getan. Das Wetter spielte mit, es war strahlender Sonnenschein, dabei aber nicht zu kalt. Außerdem hat der Käfer ja eine funktionierende Heizung :-)

Kurz vor Mittag machte ich mich auf den kurzen Fußweg zur Garage. Ja, da stand er, ganz so, wie ich ihn vor zwei Monaten abgestellt hatte.

Und wieder das gleiche kleine Wunder, beim zweiten Anlassversuch springt er an und läuft und läuft. Fast als hätte er nicht zwei Monate bei z.T. deutlichen Minusgraden unbewegt herumgestanden.

So ging’s zum Einkaufen, Besorgungen machen, eine Stippvisite beim Tankwart. Ups, jetzt hat’s mich auch erwischt, Normalbenzin zum Preis von Super. Das ist jetzt das zweite Mal in meiner Käferkarriere, dass ich den Betriebsstoff wechsle. Erst von verbleit zu unverbleit und nun wahrscheinlich bald auf Superplus, wer weiss, was das zugepantschte Biozeug mit alten Motörchen anstellt. Wahrscheinlich gar nichts, aber sischer is sischer :-)

Nach der Mittagspause kam der Krabbler wieder in seine Garage, der Erholungseffekt hatte sich eingestellt und dazu musste ich noch nicht einmal das Dach aufmachen.

Und jetzt, zwei Wochen später habe ich schon wieder diesen Drang, dem Geräusch des Käfermotors beim Durchfahren brandenburgischer Alleen zuzuhören. Vielleicht scheint ja morgen die Sonne…

Mit dem Käfer in den Pilzen

06-10-07 1204Eigentlich wollten wir den Bio-Bauernladen in Müncheberg-Eggersdorf besuchen. Da das Wetter förmlich nach einer Ausfahrt im Luftgekühlten schrie, sattelten wir den Kugelporsche und machten uns auf den Weg nach Osten. Dummerweise dauert die Fahrt nach Müncheberg ca. 45 min. egal ob mit dem Käfer oder mit einem Sportwagen. Und da Eggersdorf nicht wirklich gut ausgeschildert war, fuhren wir ein wenig kreuz und quer, was zusätzliche Zeit kostete. Tja und dann war da noch dieses Waldstück, in dem SWMBO anhalten ließ, um die (nicht essbaren) Pilze zu bewundern. Das kostete dann nochmal eine Viertelstunde, wear es aber wert. Ich habe noch nie so große Fliegenpilze gesehen und vor allem nicht in der Menge. Leider schloß der Laden um 12:00 und wir waren erst so gegen 12:30 da. Aber immerhin haben wir die Kühe gesehen und eine kleine Katze ohne Schwanz getroffen.

06-10-07 1200Naja, und natürlich war es wieder eine sehr nette Ausfahrt mit dem Käfer. Die Landschaft östlich von Berlin scheint wie für Oldtimer gemacht. Auf dem Rückweg über die B1, eingerahmt von zwei schwer beladenen Holz-Lastern mit Tacho 90 durch den Wald, wer würde sich da eins dieser neumodischen computerüberfrachteten selbstaufblasenden Gefärhte wünschen…