Käferschubsen in Prötzel

Nach drei Wochen Miesepeterwetter zwischen Spree und Oder entwickelte sich der Sonntag ganz so, wie er sollte. Ich nenne das Spitfire-Wetter, blauer Himmel mit langsam dahintreibenden dicken weißen Wolken.
SWMBO und ich holten also den Fritz aus der Garage und sahen in der Umgebung nach, ob unsere Lieblingsrouten noch da waren.
Sowas macht natürlich hungrig und wie es der Zufall wollte, kamen wir genau rechtzeitig zum Mittagessen an „der Goldenen Kartoffel“ in Prötzel vorbei. Nach dem Essen noch ein kleiner Verdauungsspaziergang am See und wieder zurück zum Wagen.Das Drehen des Zündschlüssels entlockte Fritzchen allerdings nur ein müdes Aufleuchten, eher Aufglimmen der Ladekontrolleuchte. Ansonsten kein Mucks aus dem Heck zu hören, nicht einmal ein Klick oder ein leises Wimmern. Tja, wenn man schon tagsüber die Scheinwerfer anmacht, um in den schattigen Wäldern auf der Starße nicht übersehen zu werden, sollte man beim Parken auch daran denken, das Licht wieder auszumachen. Das ist mir wirklich zwanzig Jahre nicht mehr passiert.
Dankenswerterweise war der Parkplatz leicht abschüssig, wir brauchten also nur den Fritz rückwärts etwas den Parkplatz hochschieben, was beim Käfer sogar allein gerade noch gelingt. Dann Handbremse anziehen, hinter das Volant begeben, Zündung einschalten, zweiten Gang einlegen, Kupplung treten und SWMBO den Wagen anschubsen lassen. Den Wagen ein wenig rollen lassen, Kuplung kommen lassen und nach ein zwei kleinen Hopsern läuft der Motor. Sofort wieder Kupplung treten, bremsen und das Gasgeben dabei nicht vergessen, SWMBO einsammeln und eine etwas längere Route für den Heimweg wählen, um die Batterie wieder aufzuladen.
Sowas klappt mit einem 800 Kilo Floh wie dem Käfer noch. Mit einem doppelt so schweren modernen Golf möchte ich das nicht probieren. Aber der piepst einen ja auch an, wenn man ohne laufenden Motor das Licht anlässt.