Fritzchen und der gelbe Engel

Gestern erreichte mich die unerwartete Nachricht, daß Fritzchen auf dem Weg zu Jürgens Werkstatt nach ca. 600 m den Dienst eingestellt hatte und sich nicht mehr zum Starten überreden ließ.

Als ich ihn abends dann besuchte, wo Jürgen ihn mittels Muskelkraft geparkt hatte, ließ er sich auch von mir nicht mehr zur Mitarbeit bewegen. Kein Problem, dafür ist man ja schließlich seit 20 Jahren im ADAC. Die freundliche Dame nahm den Hinweis auf die 6 Volt Elektrik dankend auf und versprach, im Lauf der nächsten Stunde ein Straßenwacht-Fahrzeug vorbeizuschicken.

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Bastel-ToDo’s für Samstag

Trotz der unerfreulichen Beule im Kotflügel war der ausgiebige Ausflug mit Fritzchen letzten Sonntag dank dem größtenteils sonnigen Wetter ein fast unbeschwerter Genuß. Leider stellte ich irgendwann fest, daß es erstens durch den Radio-Schacht wie Hechtsuppe zieht und das zweitens aus der rechten Lüftungsöffnung keine warme Luft kommt.

Und das Kaltstarten und der Kaltlauf von Fritzchen sind derzeit noch ein ganz klein wenig erbärmlich. Immerhin fördert sowas längst vergessen geglaubte Verhaltensweisen bei mir zutage, z.B. das ausgekuppelt an die Kreuzung rollen, damit man mit links bremsen kann, während man mit dem Gasfuß den Motor auf Touren hält. Auch das Bremsen per Handbremse, wenn der Wagen schon langsam genug ist, kommt dank des miesen Kaltlaufs von Fritzchen bei mir in den ersten 15 min. einer Tour wieder schwer in Mode.

Natürlich kann das keine langfristige Lösung sein. Da hilft nur, sich dem Motor mal eingehender zu widmen. Den Startunwillen gilt es zuerst zu beseitigen. Erster Schritt sind die Überprüfung von Batterie und Lichtmaschinenkohlen. Auch die Zündkerzen werden am Wochenende mal die Sonne sehen und der Verteilerkappe werde ich auch mal unter den Rock sehen.

Der Beule wird es natürlich auch an den Kragen gehen. Erst mal all den abgesplitterten Lack bis auf’s nackte Blech runter und dann Rostschutzgrundierung und eine Schicht rote Farbe, bis ich mich später den Karosseriearbeiten eingehender widmen kann.

So, und jetzt werde ich mein Bücherregal mal nach meinem 19 Jahre alten „Jetzt helfe ich mir selbst“ Buch für Käfer bis Baujahr ’67 durchsuchen. Darin blättere ich dann auf der Zugfahrt morgen zur Arbeit :-)

Frost im VW

Mal wieder eine Geschichte über meine alten Käfer. diesmal wieder über Elliot den 65er. Über seine malade linke Seite habe ich ja schon berichtet, als ein roter Käfer versuchte, einem roten Käfer die Vorfahrt zu nehmen. Es gibt bzw. gab tatsächlich Leute, die ordnen sich links ein und versuchen dann, rechts abzubiegen.

Fazit war jedenfalls, Elliot war danach etwas undicht um den Unterboden. Bei Regen lief regelmäßig Wasser unten rein. Wir, d.h. meine Mutter und ich, versuchten, dieser Flut mit Zeitungspapier zu begegnen, sicherlich nicht unsere beste Idee. Besonders im Winter konnte es passieren, dass man morgens eine kleine kompakte Eisfläche vorfand, wo eigentlich eine rutschfeste Gummimatte den Fußraum schmücken sollte. Glücklicherweise funktionierten die Heizbirnen noch. Aber es brauchte doch den einen oder anderen Kilometer, um Elliot soweit zu erwärmen, dass man durch die Scheiben sehen konnte.

Ein probates Mittel, um die Durchsicht schlagartig zu erhöhen, lag darin, Defrosterspray innen auf die Scheibe zu sprühen. Tunlichst allerdings bei leicht geöffnetem Fenster, die Alkoholdämpfe waren ansonsten atem- und sinnesberaubend. Die normale Startprozedur sah so aus:

1. Defrosterspray auf das Türschloß,
2. einsteigen, Defrosterspray in die Pedalerie, um das Eis zu lösen
3. Motor anlassen, Heizung aufdrehen
4. Seitenscheibe runterkurbeln, Defrosterspray von innen auf die Windschutzscheibe, warten, mit Antibeschlagtuch nachwischen
5. Schalthebel im Stand mehrmals beherzt durch alle Gänge schalten
6. losfahren und den Linksbremstrick anwenden, bis die Startautomatik die Leerlaufdrehzahl auf mehr als Absterbdrehzahl heraufgeregelt hat.

So nach fünf Minuten konnte man meist auch das Fenster wieder hochkurbeln. War Elliot erst mal warm, wurde es richtig kuschelig und die Defrosterdämpfe waren dann ja schon durchs vorher offene Fenster entwichen.

Trotz dieser etwas umständlichen Prozedur habe ich es sehr genossen, Elliot samstags für die Fahrten zur Schule benutzen zu dürfen. Klar, mit Vaters Manta GTE konnte man mehr angeben, aber den kriegte ich nur äußerst selten. Und selbst mit dem Käfer war ich einer der ersten, der mit dem Wagen zur Schule fahren konnte :-)

Nachdem klar war, daß Elliot den nächsten TÜV-Termin nicht überleben würde, griff ich zu rabiaten Mitteln, um ihn trockenzulegen. Ein gut platziertes Bohrloch in den Unterboden an einer tiefen Stelle links unter der Rücksitzbank diente als permanenter Wasserablauf. Danach war Elliot bis zu seinem seligen Ende wieder ein trockener Käfer.

Ein käferloser Tag

nun ist es passiert, mein erster käferloser Tag seit Freitag. Die Entzugserscheinungen halten sich noch in Grenzen, aber mir fehlt das Boxerklingeln. Naja, bald ist ja Wochenende und damit Gelegenheit, Fritzchen wieder zu bewegen. Vielleicht nehme ich mir den Motorsound ja für die käferlosen Arbeitstage auf :-)

So ganz käferlos war’s heute ja auch nicht, meine erste Tat heute im Büro war, Fritzchen als Hintergrundbild auf meinem Firmen-Notebook einzurichten und meine Kolleginnen und Kollegen mit Geschichten über mein ereignisreiches VW-Wochenende und mit dem Link auf dieses BugLog zu versorgen.

Und ja, ich war eben verrückt genug, nochmal kurz nach ihm zu sehen, als ich um 21:30 von der Arbeit zurück kam. Alte Männer werden eben etwas wunderlich. Schliesslich bin ich fast so alt wie mein Käfer…

Ummeldung, eine moderne Form der Wegelagerei?

So, es ist geschafft, Fritzchen ist ab heute ein amtlich verbriefter und ordentlich angemeldeter Hannoverscher Oldtimer, mit H-Kennzeichen und allem drum und dran.
hpim0431Vielleicht war es gar nicht so schlecht, das ich total verschlafen habe und erst um kurz nach neun aus den Federn kam. So war ich gegen 9:45 bei der Zulassungsstelle und zog eine Nummer, die nur 16 Nummern in der Zukunft lag. Nach knapp einer halben Stunde Wartezeit wurde meine Nummer aufgerufen und das Abenteuer Anmeldung konnte beginnen.

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Sonntagsausflug

09:30: …und ich habe es doch getan. Sollte ich mir dabei eine Erkältung geholt haben, kriege ich sicher was zu hören, aber angesichts des Sonnenscheins heute morgen mußte ich einfach Fritzchen satteln, das Faltdach öffnen und die erste und möglicherweise letzte Freiluftfahrt dieses Jahres genießen. Heizung aufgedreht, vollgetankt, Kragen hoch, Baseballcap nach hinten gedreht und ab über die Dörfer nach Gehrden, alte Freunde besuchen.

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Kläuschen goes France

Auf dem Weg nach Frankreich
Auf dem Weg nach Frankreich

Weiter unten habe ich meine erste Urlaubsreise im Käfer ja schon kurz erwähnt. Es folgt die etwas ausführliche Schilderung der Highlights dieser denkwürdigen Reise.

Wir, Stefan, der Käfer und ich brachen irgendwann am späten Vormittag von Hannover aus auf, westwärts, dem Atlantik entgegen.

Kläuschen war ziemlich vollgepackt mit Campingausrüstung, Klamotten und Verpflegung. Bis kurz vor’s Kamener Kreuz lief auch alles problemlos. Es hatte gerade angefangen zu nieseln, als urplötzlich die Scheibenwischer stehen blieben. Kläuschen goes France weiterlesen

Fritzchens ToDo-Liste

Was mir in den ersten Tagen so aufgefallen ist:

  • Batterie erneuern
  • Lichtmaschinenkohlen wechseln
  • Scheibenwischer neu justieren
  • Hupkontakt prüfen
  • geplatzte Naht am Beifahrersitz reparieren
  • Fahrersitzbezug reparieren
  • schwarzen Wischerschalter durch weißes Originalteil ersetzen
  • fehlendes Fersenbrett unter dem Rücksitz einbauen
  • Lackmacken versiegeln
  • Türdichtung links erneuern
  • Ölwechsel
  • Motor einstellen (Leerlauf, Kaltstart)
  • Kotflügel hinten rechts ausbeulen
  • Beifahrertür instandsetzen bzw. ersetzen
  • Lack mit passender Politur provisorisch schützen und auffrischen